Warum sollten Vermögensverwalter Unternehmerinnen ansprechen?

Unternehmerinnen
Der Aufstieg von Unternehmerinnen und erfolgreichen berufstätigen Frauen ist ein Grund dafür, dass die Macht der Frauen in der Vermögensverwaltung immer mehr zum Thema wird.

Tatsache ist, dass Frauen häufig ihre Ehepartner überleben, so dass sie oft die Kontrolle über das Familienvermögen übernehmen, wenn ihre Ehemänner sterben und bevor es an die nächste Generation übergeht. Weltweit ist das Vermögen von Frauen in den letzten zehn Jahren in beispiellosem Maße gewachsen. Nach Angaben der Boston Consulting Group (BCG) kontrollieren Frauen heute 32% des weltweiten Vermögens. Dieser Anteil wird bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5,7% auf 97 Billionen USD steigen.

Vermögensverwalter, die es versäumen, die spezifischen Bedürfnisse eines wachsenden potenziellen weiblichen Kundenstamms zu erkennen, verpassen wahrscheinlich ein Feld, das sich als lohnend erweisen könnte. Daten der Financial Conduct Authority aus dem letzten Jahr zeigen, dass nur 16% der Berater Frauen sind, so die Financial Times. Jüngste Untersuchungen von Schroders ergaben, dass nur 5% der Berater eine differenzierte Strategie zur Gewinnung und Bindung weiblicher Kunden haben. Es geht nicht darum, etwas völlig Neues für weibliche Kunden zu erfinden, sondern auf die Art und Weise zu reagieren, in der Frauen ein wenig anders über Geld denken.

 

Unterschiedliche Haltungen und Möglichkeiten

Es gibt viele Arten von Kundinnen. Einige sind Geschäftsfrauen mit wenig Zeit oder Unternehmerinnen, die ihre Aufgaben delegieren wollen, und viele wünschen sich Beratung, wenn sie sich dem Ruhestand nähern. Rebecca Tunstall, Investmentdirektorin bei Rathbones Investment Management, dem Anbieter von individueller VermögensverwaltungVermögensverwaltung, und verwandte Dienstleistungen aus London, konzentriert sich speziell auf Geschiedene. "Die meisten von ihnen sind zum ersten Mal in ihrem Leben für ihre eigenen Finanzen verantwortlich", sagt sie gegenüber der Financial Times. "Es ist wichtig, Frauen, die vielleicht noch nicht viel Erfahrung mit Investitionen haben, das Wissen und das Verständnis zu vermitteln, damit sie sich mit uns beschäftigen können.

Leila Hoteit, Managing Director und Senior Partner bei BCG, ist der Ansicht, dass diese geschlechtsspezifische Sichtweise die Diversifizierung von Investitionen durch gezielte Beratung fördern wird. "Im Allgemeinen fühlen sich Frauen weniger wohl dabei, verschiedene Anlagemöglichkeiten auszuprobieren und halten sich eher an das, was sie kennen. Um ihnen zu helfen, neue Anlageklassen und neue Anlagemöglichkeiten kennenzulernen, sind gezieltere und differenziertere Bemühungen erforderlich. Es ist wichtig, die unterschiedlichen Umstände zu erkennen, die Frauen dazu bringen können, finanzielle Hilfe in Anspruch zu nehmen, die Art und Weise, in der sie sich gehemmt oder unwohl fühlen, und die Möglichkeiten, sie aufzuklären und zu stärken.

 

Höhere Umsätze und mehr Erfolg

Im Bericht der Europäischen Investitionsbank "Funding Women Entrepreneurs" heißt es, dass eine größere geschlechtsspezifische Vielfalt zu einem potenziellen Anstieg des jährlichen globalen BIP um 26% und des Humankapitalvermögens um 160 Billionen USD führen könnte. Es mangelt an Finanzmitteln für weibliche Projekte, obwohl Unternehmerinnen mehr Umsatz machen als ihre männlichen Kollegen. Die globale Studie von BCG ergab jedoch, dass von Frauen geführte Start-ups pro 1 USD an Investitionen 0,78 USD an Einnahmen erzielten, während von Männern geführte Start-ups nur 0,31 USD erzielten. Die Studie kam zu dem Schluss, dass in dem untersuchten Fünfjahreszeitraum 85 Mio. USD zusätzlich erwirtschaftet worden wären, wenn Investoren von Frauen gegründete oder mitbegründete Start-ups mit dem gleichen Kapitalbetrag unterstützt hätten wie von Männern gegründete.

 

Von Frau zu Frau

Unter weiblichen Vermögensverwaltern herrscht die Überzeugung vor, dass sie besser als Männer in der Lage sind, sich in weibliche Kunden hineinzuversetzen, weil auch sie Karriere, Mutterschaft, die Pflege älterer Angehöriger und die Auswirkungen von Lohn- und Rentenunterschieden auf die Finanzen bewältigt haben. Dies wird in gewissem Maße durch eine Studie des US-amerikanischen Insured Retirement Institute aus dem Jahr 2013 gestützt, die ergab, dass 70% der Frauen, die einen Finanzberater suchen, lieber mit einer Frau zusammenarbeiten würden. Vor allem bei frisch verwitweten Frauen kann Geduld gefragt sein.

Charlotte Tattersall, Finanzplanerin bei RBC Brewin Dolphin, einem der größten britischen Vermögensverwaltungsunternehmen, stellt fest, dass Frauen zwar tendenziell vorsichtigere Anleger sind als Männer, aber "sie werden mehr Risiken eingehen, sobald sie Wissen und Verständnis erworben haben, weshalb die richtige Beratung so wichtig ist".

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