In unserem letzten Artikel haben wir untersucht, wie Staatsfonds (SWF) wertvolle Governance-Modelle für UHNWIs bieten, die robuste Vermögensstrukturen anstreben. Während die Governance das Fundament bildet, sind es die Anlagephilosophien, die die Kapitalallokation steuern und ihre praktische Umsetzung ermöglichen.
UHNWIs können erheblich davon profitieren, die Investitionsstrategien von Staatsfonds zu analysieren. Während Staatsfonds oft in größerem Maßstab agieren und besonderen Restriktionen unterliegen, teilen beide Investorengruppen das Ziel, Vermögen über Generationen hinweg zu bewahren. Singapurs GIC verfolgt beispielsweise einen 20-jährigen Anlagehorizont, um Renditen zu erwirtschaften, die über der globalen Inflationsrate liegen, wie in ihrem Jahresbericht 2023/24 dargelegt.Dadurch ist sie in der Lage, kurzfristige Schwankungen auszugleichen und in langfristige Chancen wie Infrastruktur zu investieren. In ähnlicher Weise verfolgt die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) eine mehrdekadische Perspektive, wobei ihre offizielle Übersicht die Betonung eines nachhaltigen Wachstums für künftige Generationen.
Fünf strategische Prinzipien für die Verwaltung großen Vermögens
Obwohl Staatsfonds enorme Portfolios verwalten, sind ihre Anlageprinzipien skalierbar und auch für UHNWIs relevant. Zu den bemerkenswerten Beispielen zählen:
01 Thematisches Investieren: GIC strukturiert sein Portfolio nicht nach starren Anlageklassen, sondern entlang makroökonomischer Themen wie Technologie und Nachhaltigkeit. Wie im Bericht 2023/24 beschrieben, hat GIC erhebliche Investitionen in die Bereiche Konsumgüter, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und Technologie getätigt.
Dieser thematische Ansatz dürfte besonders bei UHNWIs und Family Offices auf Resonanz stoßen, die über fundierte Anlageerfahrung oder operatives Know-how in einem bestimmten Sektor verfügen. So können sie ihr Kapital gezielt dort einsetzen, wo sie einen Wettbewerbsvorteil haben.
02 Benchmarking: Alle Anleger wollen überdurchschnittliche Renditen erzielen; die Frage ist nur, im Vergleich zu was. Neuseelands Superannuation Fund's Antwort. Der Fonds richtet sich nach zwei komplementären Benchmarks: den Renditen von Schatzwechseln zur Messung der absoluten Performance und einem 'Referenzportfolio' aus 80 % Aktien und 20 % festverzinslichen Anlagen zur Bewertung der relativen Performance. Er strebt eine Rendite an, die über einen beliebigen gleitenden 20-Jahres-Zeitraum mindestens 1,8 % über dem Referenzportfolio liegt.
UHNWIs können ihre eigenen Benchmarks erstellen, indem sie klare, persönliche Referenzpunkte definieren – sei es durch absolute Renditeziele, die an ihre Lebensstilbedürfnisse angepasst sind, oder durch ein maßgeschneidertes Portfolio, das ihre Risikotoleranz und Vermächtnisziele widerspiegelt. Auf diese Weise müssen sie sich nicht an breite Marktindizes halten, die möglicherweise nicht mit ihren individuellen Zielen in Einklang stehen.
03 Liquiditätsmanagement: Staatsfonds verfolgen unterschiedliche Ansätze in Bezug auf die Liquidität, wobei sie ein Gleichgewicht zwischen Flexibilität und langfristigen Verpflichtungen herstellen. Der norwegische Government Pension Fund Global (GPFG) hält durch seine umfangreiche Allokation in öffentliche Aktien eine erhebliche Liquidität aufrecht, die im Jahr 2023 über 70% des Portfolios ausmachten. Dieser hohe Anteil an liquiden Mitteln bietet strategische Flexibilität bei Marktverwerfungen. Im Gegensatz dazu verfolgt Singapurs Temasek einen anderen Ansatz, mit etwa 52% seines Portfolios in nicht börsennotierten Vermögenswerten ab 2023. Dabei wird bewusst ein Teil der Liquidität für potenziell höhere Renditen auf privaten Märkten geopfert.
Diese unterschiedlichen Strategien zeigen, wie Staatsfonds ihre Liquidität auf die jeweiligen Mandate abstimmen und UHNWIs Modelle bieten, die ein Gleichgewicht zwischen verfügbarem Kapital für den unmittelbaren Bedarf und langfristig gebundenen Investitionen für das Wachstum über Generationen hinweg schaffen.
04 Risikomanagement jenseits traditioneller Metriken: Sowohl Staatsfonds als auch UHNWIs benötigen einen Risikorahmen, der über konventionelle Messgrößen hinausgeht und sich mit umfassenderen Unsicherheiten befasst. In diesem Kontext können UHNWIs von der Herangehensweise der Staatsfonds im Risikomanagement inspiriert werden. Zum Beispiel, Das norwegische GPFG verwendet eine Kombination aus:
- Stresstests zur Bewertung potenzieller Verluste aufgrund von Extremszenarien. Bei der Modellierung werden zwei Arten solcher Szenarien verwendet - historische Szenarien, die in der Vergangenheit tatsächlich eingetreten sind, wie die Covid-Krise im Jahr 2020, und hypothetische Szenarien, die in der Zukunft auftreten könnten. Gemäß der Risikobericht 2023 der GPFG.Der Fonds berücksichtigt Szenarien wie Preiskorrekturen bei KI-bezogenen Aktien, Staatsschuldenkrisen, bei denen das Vertrauen der Anleger in die Regierungen schwinden könnte, sowie ein zunehmend fragmentiertes geopolitisches Umfeld, das durch höhere Zölle und Beschränkungen für grenzüberschreitende Investitionen geprägt ist.
- Konzentrationsanalyse, um zu bewerten, inwieweit das Aktienportfolio des Fonds mit seinem Referenzindex übereinstimmt und sicherzustellen, dass die Diversifizierungsziele erreicht werden.
- Faktoranalyse zur Ermittlung der Empfindlichkeit des Portfolios gegenüber verschiedenen Risikofaktoren wie Small-Cap-Aktien, Value-Aktien und Schwellenländern.
- Analyse des Liquiditätsrisikos, um zu bewerten, wie schnell der Fonds bei Bedarf auf Kapital zugreifen kann, insbesondere in Stressphasen des Marktes.
UHNWIs könnten in Erwägung ziehen, mit Beratern zusammenzuarbeiten, um einen umfassenden Risikorahmen zu entwickeln, der ähnliche Elemente umfasst und auf ihre individuellen Portfolios und Ziele zugeschnitten ist.
05 Nachhaltigkeit und Anpassung an das Erbe: Viele Staatsfonds integrieren Nachhaltigkeit in ihren Investitionsrahmen, nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch zur langfristigen Risikominderung und Steigerung des Renditepotenzials. Der norwegische GPFG beispielsweise legt großen Wert auf verantwortungsvolle Investitionen und trennt sich häufig von Unternehmen, die gegen Umwelt- oder Ethikstandards verstoßen. Ähnlich setzt GIC im Rahmen seines breiteren thematischen Fokus auf Technologie auch auf nachhaltige Innovationen.
UHNWIs können dies anpassen, indem sie ihre Portfolios an persönlichen oder familiären Werten ausrichten - wie Klimaresilienz, soziale Auswirkungen oder Kulturerhalt - und gleichzeitig sicherstellen, dass diese Entscheidungen die finanziellen Ziele unterstützen. Dies könnte die Integration von ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales, Governance) oder Direktinvestitionen in vermächtnisbestimmende philanthropische Projekte beinhalten.
Souveräne Prinzipien, private Umsetzung: Die Herausforderung der Informationsverfügbarkeit
Während Staatsfonds und UHNWIs in ihren Investitionszielen viele Gemeinsamkeiten aufweisen, unterscheiden sie sich am stärksten in ihren strukturellen Beschränkungen - oder deren Fehlen. Staatsfonds unterliegen in der Regel der politischen Aufsicht und können ihre Investitionsentscheidungen nicht so schnell treffen wie private Vermögensbesitzer. So brauchte Singapurs GIC wahrscheinlich mehrere Monate, um seine Investition in die Citigroup in Höhe von $6,88 Milliarden im Jahr 2008 abzuschließen, und Norwegens GPFG erfordert die Zustimmung des Parlaments für größere Umstellungen.
UHNWIs haben daher die Möglichkeit, souveräne Prinzipien zu übernehmen und gleichzeitig ihre besondere Stärke zu nutzen, indem sie Entscheidungen mit größerer Flexibilität und Vertraulichkeit treffen. Dieser Vorteil der Agilität geht jedoch mit einer großen Herausforderung einher: dem Informationsmanagement. Während Staatsfonds über eigene Teams und Systeme für die Überwachung ihrer Portfolios verfügen, haben UHNWIs oft mit fragmentierten Informationen über mehrere Berater, Verwahrstellen und Anlageklassen zu kämpfen.
Die Technologiebrücke: Ermöglichung von Entscheidungen über die Qualität der Souveränität
Die Umsetzung von Strategien, die von Staatsfonds inspiriert sind, erfordert einen umfassenden Einblick in die Bestände des gesamten Vermögensspektrums. Ohne klare, genaue und zeitnahe Informationen über ihr gesamtes Vermögen können UHNWIs die strategischen Grundsätze, die Staatsfonds erfolgreich machen, nicht wirksam anwenden.
Moderne Wealth-Management-Technologien wie die Altoo Wealth Platform schließen diese entscheidende Lücke, indem sie ein konsolidiertes Reporting über alle Vermögensklassen, sowohl bankfähige als auch nicht-bankfähige, bereitstellen. Die Plattform von Altoo bietet zum Beispiel folgende Funktionen:
- Automatisierte Datenaggregation aus mehreren Quellen
- Depotübergreifende Portfolioanalyse
- Leistungsüberwachung in Echtzeit anhand von benutzerdefinierten Benchmarks
- Szenariobasiertes Testen
- Liquiditätsanalyse über die gesamte Vermögensstruktur
Diese Plattformen ermöglichen es Vermögenseigentümern, ihre Entscheidungen mit dem gleichen Maß an Einblick zu treffen wie Staatsfonds, während sie gleichzeitig ihren Flexibilitätsvorteil bewahren. Durch die Kombination der Investitionsprinzipien von Staatsfonds mit der Schnelligkeit und Flexibilität von Privatvermögen können UHNWIs tatsächlich belastbare Mehrgenerationen-Vermögensstrategien entwickeln.
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