Die in der Schweiz ansässigen sehr vermögenden Kunden neigen dazu, schrittweise zu akkumulieren, wobei sie Diversifizierung, Kontrolle und strukturelle Widerstandsfähigkeit gegenüber Schnelligkeit oder Konzentration bevorzugen. Im Laufe der Zeit führt dieser Ansatz zu Bilanzen, die sowohl robust als auch kompliziert sind. Die Vermögenswerte werden über verschiedene Rechtsordnungen, Eigentumsstrukturen, Holdinggesellschaften, Trusts und operative Einheiten verteilt, und die Liquidität wird bewusst und nicht zufällig gesteuert. Infolgedessen hat sich das Verhältnis zwischen Eigentum und unmittelbarer Sichtbarkeit verändert. Entscheidungen erfordern zunehmend ein konsolidiertes Verständnis, das sich über Unternehmen, Rechtsordnungen und Anlageklassen erstreckt. Dieser Wandel hat die Bedingungen, unter denen die Auftraggeber handeln, verändert. Entscheidungen, die früher schrittweise getroffen wurden, überschneiden sich jetzt mit regulatorischen Veränderungen, persönlicher Mobilität, Nachfolgeplanung und Marktdynamik. Die Fähigkeit, die Auswirkungen klar zu erkennen, ist für eine effektive Verwaltung von zentraler Bedeutung geworden.
Die Schweiz als globales Bilanzzentrum
Nach Angaben der UBS Global Wealth Report 2025, Die Schweiz ist nach wie vor eines der weltweit grössten Zentren für grenzüberschreitendes Privatvermögen und verwaltet mehr als 2 Billionen USD an internationalen Vermögenswerten. Ein beträchtlicher Teil dieses Vermögens gehört Familien, die nicht in der Schweiz ansässig sind, und ist über mehrere Gerichtsbarkeiten hinweg strukturiert, um Steuerneutralität, Kontinuität in der Unternehmensführung und langfristige Eigentumsverhältnisse zu fördern. Gleichzeitig beherbergt die Schweiz eine der dichtesten Konzentrationen von Family Offices in Europa. Eine Studie des Universität St. Gallen schätzt, dass in der Schweiz zwischen 250 und 300 Single-Family Offices tätig sind, die zusammen mehrere hundert Milliarden Franken verwalten. Sie unterscheiden sich zwar in Größe und Mandat, haben aber ein gemeinsames strukturelles Profil: Bilanzen, die über Jahrzehnte geformt und nicht in einem einzigen Moment entworfen wurden. Für in der Schweiz ansässige Auftraggeber ist die Komplexität selten oberflächlich. Die liquiden Portfolios sind oft auf mehrere in- und ausländische Banken verteilt. Privatmarktanlagen werden von spezialisierten Managern im Ausland verwaltet. Operative Unternehmen sind in internationale Holdingstrukturen eingebunden. Familienmitglieder haben ihren Wohnsitz in verschiedenen Ländern und sind dort steuerpflichtig. Jede Komponente funktioniert effektiv für sich allein. Die Herausforderung entsteht, wenn Entscheidungen alle Komponenten gleichzeitig betreffen. Dies ist der Punkt, an dem die Sichtbarkeit von Bedeutung wird.
Wie sich die Schweizer UHNW-Bilanzen entwickelt haben
In den letzten zehn Jahren hat sich das Schweizer Ultra-Wealth-Vermögen kontinuierlich in Richtung Privatmärkte und Sachwerte verlagert. UBS erklärt, dass Family Offices weltweit etwa 20% der Portfolios in Private Equity und Private Credit investieren, wobei die Schweizer und europäischen Büros diesen Wert oft übertreffen. Forschung von Campden Reichtum stellt immer wieder fest, dass Schweizer Family Offices überdurchschnittlich stark in illiquiden Vermögenswerten engagiert sind, was eine Präferenz für Kontrolle, Ausrichtung und langfristige Wertschöpfung widerspiegelt. Diese Allokationen haben sich für Familien bewährt. Sie dämpfen die Volatilität der öffentlichen Märkte und verstärken die Eigentumsziele, die in Jahrzehnten und nicht in Quartalen gemessen werden. Ihre Auswirkungen zeigen sich am deutlichsten, wenn Kapital bewegt werden muss. Illiquide Vermögenswerte bringen Bewertungszyklen, Kündigungsfristen und Governance-Ebenen mit sich, die sich in der langfristigen Planung gut einfügen, aber Entscheidungen erschweren, bei denen es auf Timing und Koordination ankommt. Ein Schweizer Gründer, der sich Anfang der 2000er Jahre aus einem Industrieunternehmen zurückzog, erlebte diese Dynamik unmittelbar. Die Erlöse wurden methodisch in Private-Equity-Co-Investitionen und Gewerbeimmobilien in der Schweiz und in den Nachbarländern reinvestiert, wodurch ein Portfolio entstand, das sich über viele Jahre hinweg genau wie geplant entwickelte. Als der Auftraggeber später ein Projekt der nächsten Generation an der Seite eines vertrauenswürdigen Partners unterstützen wollte, war die Frage nicht der Appetit oder die Kapazität, sondern der Zugang. Kapital war zwar vorhanden, aber es war auf verschiedene Vehikel mit unterschiedlichen Liquiditätshorizonten und Genehmigungsanforderungen verteilt. Um die Durchführbarkeit zu beurteilen, mussten Informationen konsolidiert werden, die nie dafür gedacht waren, zusammengeführt zu werden.
Reife der Governance und Rhythmus der Berichterstattung
Die Governance-Rahmenwerke spiegeln in der Regel das Tempo wider, in dem die Vermögensstrukturen aufgebaut wurden. In der Schweiz haben die Langlebigkeit und der Umfang des Privatvermögens zu robusten Regelungen und zu einer Berichterstattung geführt, die eher periodisch als kontinuierlich erfolgt. Campden Wealth Umfragen zeigen, dass die konsolidierte Berichterstattung unter Schweizer Family Offices immer noch am häufigsten vierteljährlich erfolgt, wobei die Bewertungen des Privatvermögens weniger häufig aktualisiert werden. Berichte bieten Genauigkeit und Gewissheit. Ihre Einschränkung liegt im Timing. Sie beschreiben eine Vermögenskonfiguration, die sich zu dem Zeitpunkt, an dem eine Entscheidung getroffen werden muss, bereits verändert haben kann. Da die Bilanzen immer stärker miteinander verflochten sind, fällt diese Zeitspanne zwischen Erkenntnis und Handlung immer mehr ins Gewicht. In dieser Lücke sammelt sich still und leise die operative Belastung an.
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Technologie als verbindende Infrastruktur
Hier kommt der Technologie eine andere Rolle zu. In der Schweiz geht es bei der Digitalisierung nicht um Modernisierung um ihrer selbst willen. Es geht darum, bei steigender Komplexität den Standard der Verwaltung zu erhalten. Plattformen wie Altoo werden von vermögenden Schweizer Familien als neutrale Infrastruktur genutzt, die über Banken, Depotbanken und Beratern steht. Sie ersetzen keine Beziehungen, sondern verbinden sie, indem sie liquide und illiquide Vermögenswerte, Betriebsbeteiligungen und Strukturen in einer laufend aktualisierten Bilanzansicht zusammenführen. Die Wirkung ist eher praktisch als theoretisch. Wenn die Informationen aufeinander abgestimmt sind, verlagern sich die Gespräche von der Abstimmung zur Beurteilung. Entscheidungen können in Bezug auf die Folgen und nicht auf die Machbarkeit bewertet werden. Die Direktoren gewinnen Zeit und Vertrauen zurück, ohne die institutionelle Auswahl einzuschränken. In Zürich unterstützt dies die Aufsicht auf institutioneller Ebene über mehrere Banken hinweg. In Genf sorgt es für Kontinuität, wenn sich Gerichtsbarkeiten, Berater oder Familienverhältnisse ändern. In Zug ermöglicht es den Gründern, die Governance zu professionalisieren, ohne die Dynamik zu bremsen. Im Tessin ermöglicht es Klarheit über Sachwerte und operative Beteiligungen bei gleichzeitiger Wahrung der Diskretion.
Nachfolge, Klarheit und Legitimität
Die Schweiz weist eine hohe Konzentration von gründergeführten Vermögen auf, die kurz vor dem Generationswechsel stehen. UBS schätzt, dass ein erheblicher Teil des Schweizer Ultravermögens in den kommenden Jahrzehnten den Besitzer wechseln wird. Eine Längsschnittstudie von Campden Reichtum, UBS und PwC Schweiz zeigt, dass Nachfolgestress am häufigsten durch Informationsasymmetrie und nicht durch strategische Meinungsverschiedenheiten entsteht. Strukturen, die über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurden, beruhen auf implizitem Wissen: den Überlegungen, die sich hinter den Zuständigkeiten, Instrumenten und Kompromissen verbergen, die zu dem Zeitpunkt, als sie geschaffen wurden, sinnvoll waren. Wenn die Verwaltung kollektiv wird, wird diese Wissenslücke sichtbar. Die nächste Generation von Direktoren erbt die Verantwortung, bevor sie das Wissen erbt. In diesem Zusammenhang untermauert Klarheit die Legitimität. Die Fähigkeit zu erkennen, wie frühere Entscheidungen die gegenwärtigen Zwänge beeinflussen, entscheidet darüber, ob die Nachfolger mit Vertrauen oder Vorsicht handeln.
Eine Verfeinerung des Schweizer Stewardship
Die Schweizer Vermögensverwaltung wird seit langem mit Diskretion, Geduld und Kontinuität in Verbindung gebracht. Mit zunehmender Vernetzung der Bilanzen spielt Klarheit eine immer zentralere Rolle, um diese Qualitäten zu erhalten. Die Komplexität bleibt, aber sie wird lesbar. Der dauerhafte Vorteil der Schweiz liegt in ihrer Fähigkeit zu langfristigem Stewardship. Die Wahrung dieses Vorteils in einem Umfeld zunehmender Komplexität hängt von einer Sichtbarkeit ab, die der Verantwortung entspricht.
